Nachtigall, ick hör Dir trapsen


Achtung Rentner: „Nachtigall, ick hör Dir trapsen“ oder das Finanzamt ruft….

Nicht nur Arbeitnehmer und Selbständige werden zur Kasse gebeten, nein seit einigen Jahren müssen auch vermehrt Rentner Steuern zahlen. Leider gibt es dort immer wieder Überraschungen – negativ natürlich. Erst kürzlich erhielt ich einen Anruf eines Kunden, dem „man“ wohl gesagt hatte, mit seinen 1.900€ monatlicher Rente müsse er keine Steuererklärung abgeben. Das stimmt nicht unbedingt! Ich mache hier keine Steuerberatung, sondern gebe lediglich eine allgemeine Auskunft.

Sobald Sie mit Ihren gesamten Einkünften den Grundfreibetrag überschreiten, ist eine Steuererklärung abzugeben (siehe Tabelle).

Steuerfrei bleibt der Grundfreibetrag, den die Bundesregierung immer wieder anpasst. Aktuell liegt dieser für Ledige bei 8.652€, für Verheiratete bei 17.304€.

Also liebe Rentner, denken Sie an die Steuererklärung. Wenn Sie zu lange warten, tut das bohren richtig weh!

Je kürzer Sie bereits in Rente sind, desto geringer fällt die steuerfreie Rente aus. Schauen Sie in diese Tabelle:

Wer bis 2005 in Rente gegangen ist, muss 50% seiner Rente versteuern, so der Grundfreibetrag überschritten wird. Wer also in 2016 in Rente geht, versteuert 72% seiner Rente. Puh! Glück gehabt, da bin ich ja weit drunter – denken Sie.

Einmal steuerfrei = immer steuerfrei? Nein! Achtung: Der Prozentsatz bezieht sich nicht auf die jeweilige Rente, sondern auf die zu Rentenbeginn gezahlte Rente in €: Da die Renten (hoffentlich) jährlich ansteigen, wird jedes Jahr ein größerer Teil Ihrer Rente steuerpflichtig, bis der Grundfreibetrag irgendwann überschritten wird. Und zack: es sind plötzlich tatsächlich Steuern zu zahlen. Beispiel: Rentenbezug in 2005 = 16.800€ p.a., 50% = 8.400€ sind davon lebenslang steuerfrei. Der Rest wird steuerpflichtig, so der Grundfreibetrag überschritten wird. D.h. jede Rentenerhöhung ist grds. voll steuerpflichtig. Bezieht jemand in 2016 19.000€ Rente, werden die 8.400€ abgezogen: = 10.600€ der gesetzlichen Renten wären steuerpflichtig.

Und nicht nur die gesetzliche Rente ist steuerpflichtig, nein, auch private Renten, Direktversicherungen, Versorgungsbezüge, Riesterrenten, Beamtenpensionen, Kapitalerträge, Vermietung usw. und das auch noch in unterschiedlicher Art und Weise, äh Höhe.

Übrigens, diese Besteuerungsanteile (72% in 2016) gelten auch für Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten.

Die gute Nachricht: Sie können Ihre Steuerschuld verringern, z.B. können 20% des Handwerkerarbeitslohns abgezogen werden (maximal 1.200€ p.a.). Weiter können haushaltsnahe Dienstleistungen, Werbungskosten und Sonderausgaben berücksichtigt werden (pauschal 102€ Werbungskosten und 36€ Sonderausgaben), Kranken- und Pflegeversicherung, Altersentlastungsbetrag und und und. Holen Sie sich hier Hilfe bei Ihrem Steuerberater.

Ihre Claudia Möller, Versicherungsflüsterin

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Artikel vom 14.12.2016

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