Vogel Strauß spielt niemand mehr


Was steht zwischen den Zeilen Ihrer sorgfältig abgehefteten jährlichen Renteninformation? Und was bedeutet das geschriebene Wort für Sie in € und Cent?

Die Altersrente ist nur eine möglich Bruttorente.

Diese Person gehört zu den Topverdienern in Deutschland und kann mit einer Bruttorente von 2.043,50€ rechnen. Es sind darauf Steuern, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zu zahlen. Zu versteuern sind 2028 88% = 1.798,28€ (2040 werden es 100% sein), gesetzlich Krankenversicherte zahlen aktuell 8,2% an die Rentenkasse + 2,05% Pflegeversicherung (Kinderlose: 2,3%)

Bruttorente                       2.043,50 €

– Einkommensteuer            163,91 €

– Kirchensteuer                       14,75 €

– Soli                                            9,01 €

– Krankenversicherung        167,57 €

– Pflegeversicherung              41,89 €
___________________________________
Nettorente                           1.646,37 €

Das reißt ein nicht unerhebliches „Loch“ in die oben genannte Zahl…

Die Rentenanpassungen sind nicht garantiert. Sie erwerben jedes Jahr nur Punkte, kein Geld. Das ist wie beim Eis. Wenn Sie die Punkte alle fleißig ausschneiden und 10 Punkte zusammen haben, bekommen Sie einen Fußball. Wieviel die Punkte zu Rentenbeginn Wert sind, wissen wir nicht. In der Vergangenheit ist der Wert je Punkt gestiegen. Ob das auch in Zukunft so sein wird, wissen wir nicht. Zur Zeit beträgt er jedoch 28,14€. Der Rentenwert stieg in den Jahren 2004 bis 2010 im Durchschnitt um 0,57%. Das ist ähnlich wie bei Ihrer privaten Rentenversicherung. Da haben die Hochrechnungen auch keinerlei Aussagekraft. Aber Sie haben immerhin eine garantierte Rente.

 

Die Inflation ist nicht berücksichtigt. Die amtliche Inflationsrate über 25 Jahre betrug jedoch 2,05%, über 15 Jahre 1,6%. Aus 1.646,37€ Nettorente in 14 Jahren resultiert bei einer Inflationsrate von 1,6% mal eben schlappe 20% weniger, nämlich nur noch 1.318,30€. Gute 300€ weniger. Worauf werden Sie verzichten?

Wenn sie sich diese Grafik anschauen, werden Sie sehen, dass Ihre persönliche Inflationsrate vermutlich jedoch eine ganz andere ist.
Hier sehen Sie wie hoch im Durchschnitt die Brutto (!)-Renten sind, wenn Sie heute in Rente gingen: 1003€ erhalten die Männer, 512€ die Frauen. Jetzt ziehen Sie (ggfs.) Steuern, Kranken-, Pflegeversicherungsbeiträge, Inflation ab…. Und dann: …..haben Sie möglicherweise Anspruch auf Grundsicherung wie die Rentenversicherung auf Ihrer Seite bekannt gibt

Ein Normalverdiener liegt also, wenn er nicht privat vorsorgt, auf Grundsicherungsniveau.

 

Ein Topverdiener liegt also, wenn er nicht privat vorsorgt, gerade über Grundsicherungsniveau.

Was hat Auswirkungen auf Ihre gesetzliche Rente:
–       Abzüge von 0,3% pro Monat (maximal 14,4%), wenn Sie vor 67 in Rente gehen wollen.

–          Die Rentenhöhe ist nicht garantiert.

–          Steuern, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge reduzieren die ausgewiesene Rente.

–          Wie realistisch sind die ausgewiesenen zukünftigen Rentenanpassungen, wenn diese in der Vergangenheit schon nicht erreicht wurden?

–          Arbeitslosigkeit, Kindererziehungszeiten, beitragsfreie Zeiten reduzieren die Rente weiter.

–          Die Inflationsrate ist nicht berücksichtigt, wird pauschal auf der 2. Seite mit 1,5% angenommen. Auf 30 Jahre gesehen betrug sie jedoch 2,3%.

–          Längere Lebenserwartung der Rentner bei sinkenden Einzahlern. Weniger Geld muss auch noch länger halten. Funktioniert das? Ja, bei sinkenden Renten.

 

Lassen Sie uns Ihre persönliche Renteninformation auseinandernehmen, damit Sie wissen, woran Sie sind und entsprechend handeln können, um nicht am Ende beschämt Grundsicherung beantragen zu müssen.

Beantworten Sie dabei für sich folgende Fragen:

–          Wie alt ist die älteste Person in Ihrer Familie?

–          Wann möchten Sie in Rente gehen, vielleicht doch schon mit 63 Jahren?

–          Inwieweit ist die gesetzliche Rente garantiert?

–          Was geben Sie monatlich aus?

–          Worauf können Sie dabei verzichten?

–          Worauf wollen Sie dabei verzichten?

–          Wie hoch schätzen Sie Ihre Nettorente?

–          Für wie realistisch halten Sie die Hochrechnung in Ihrer Renteninformation?

–          Wie hoch werden künftige Rentenanpassungen ausfallen?

–          Wie hoch schätzen Sie die Kaufkraft Ihrer Rente ein? Mit welcher Inflationsrate rechnen Sie?

 

www.finesurance.de

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Artikel vom 22.10.2014

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